Eine kürzlich erfolgte ausführliche Berichterstattung zum Thema Gebrauchtsoftware zeigt ungeahnte Unsicherheiten und alte Vorurteile im Umgang mit diesem Thema auf. Soweit die Unsicherheiten darauf zurückzuführen sind, dass das Thema Gebrauchtsoftware für Verbraucher komplex und schwer durchsichtig erscheint, kann dem in einem begrenzten Maße beigepflichtet werden. Auch erwähnte Online-Händler, die bloße Product-Keys veräußern oder aber ihren Informationspflichten nicht nachkommen, sind klar als außerhalb der Lösungsmenge zu betrachten.

Ein Stück Rechtsgeschichte

Eine pauschale Abwertung eines Stücks Rechtsgeschichte und einer ganzen Branche durch ebenso pauschale Aussagen einschließlich der Tendenz zu vom Software-Hersteller autorisierten Vertriebskanälen, da andernfalls „ärgerlicherweise stets eine gewisse Unsicherheit“ bestände, erscheint dagegen unangebracht und ungerecht.

Zunächst: Ja, Freiheit bedeutet in der Regel, auch Risiken zu begegnen. Richtig ist auch, dass der Erwerb von Software direkt beim Software-Hersteller zu gewissen Vorteilen führt. Es gibt aber auch eine Reihe von Gründen genau dies nicht zu tun und von der durch den Europäischen Gerichtshof (*1) (EuGH) im Jahre 2012 eröffneten Möglichkeit des Verkaufs von – oftmals vergleichsweise günstigerer – ge